DGUV Empfehlungen · BetrSichV

Eignungsbeurteilungen

Bei bestimmten Tätigkeiten kann eine Eignungsuntersuchung erforderlich sein, um zu beurteilen, ob Beschäftigte sie ohne Gefährdung für sich oder andere ausüben können. Die Eignungsbeurteilung dient damit gleichermaßen dem Eigenschutz der Beschäftigten und dem Schutz Dritter. Sie setzt einen tätigkeitsbezogenen, verhältnismäßigen Anlass und eine zulässige Rechtsgrundlage voraus. Darin unterscheidet sie sich von der arbeitsmedizinischen Vorsorge, die der Früherkennung dient.

Leistungsumfang

Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten (E FSÜ, vormals G 25)

Wir beurteilen die Eignung für Stapler, Kran, Fahrzeuge und Überwachungstätigkeiten mit Verantwortung für andere nach der DGUV Empfehlung „Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten“.

Arbeiten mit Absturzgefahr (E ABS, vormals G 41)

Bei Höhenarbeit, auf Gerüst, Dach oder im Silo beurteilen wir körperliche Belastbarkeit, Kreislauf, Gleichgewicht und Bewusstsein nach der DGUV Empfehlung „Arbeiten mit Absturzgefahr“. Im Betrieb ist dafür oft der Begriff Höhentauglichkeit üblich.

Atemschutzgeräte (E ASG, vormals G 26)

Wir beurteilen die körperliche Belastbarkeit für das Tragen von Atemschutzgeräten der Gruppen 1 bis 3 nach der DGUV Empfehlung „Atemschutzgeräte“. Die zugehörige Vorsorge richtet sich nach der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV).

Fahrerlaubnis für LKW und Bus

Für die Fahrerlaubnis der Klassen C und D sowie zur Fahrgastbeförderung verlangt die Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) ärztliche Nachweise. Die Prüfung des Sehvermögens nach Anlage 6 übernehmen wir, die weiteren Nachweise stimmen wir mit Ihnen ab.

Ergebnis für den Arbeitgeber

Der Arbeitgeber erhält ausschließlich das Ergebnis, also geeignet, eingeschränkt geeignet oder nicht geeignet, und keine Diagnosen.

Ablauf

01

Anlass prüfen

Wir prüfen, ob ein tätigkeitsbezogener, verhältnismäßiger Anlass und eine zulässige Rechtsgrundlage vorliegen. Ohne diese Voraussetzungen findet keine Untersuchung statt.

02

Termin

Die Untersuchung findet im Betrieb statt, je nach Umfang 20 bis 45 Minuten.

03

Beurteilung

Wir gleichen die Anforderungen des Arbeitsplatzes ärztlich mit dem Gesundheitszustand ab.

04

Ergebnis

Es folgt eine schriftliche Eignungsaussage mit dem empfohlenen Termin der nächsten Beurteilung.

Ist eine Eignungsuntersuchung dasselbe wie Vorsorge?

Nein. Vorsorge dient der Gesundheit der untersuchten Person, die Eignungsbeurteilung dem Schutz der Beschäftigten selbst und Dritter. Beide Verfahren sind rechtlich getrennt.

Wie lange gilt die Beurteilung?

Eine gesetzliche Frist gibt es nicht. Die Abstände legt der Arbeitgeber nach der Gefährdungsbeurteilung fest. Die DGUV Empfehlungen nennen je nach Tätigkeit und Alter Orientierungswerte, mit steigendem Lebensalter kürzere. Der empfohlene Termin der nächsten Beurteilung steht auf der Bescheinigung.

Rechtsgrundlagen und Quellen

Die Angaben auf dieser Seite stützen sich auf die folgenden Gesetzestexte und Veröffentlichungen der zuständigen Stellen.

Gesetzestexte und Veröffentlichungen der zuständigen Stellen

DGUV Information 250-010 — Eignungsbeurteilungen

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung — wann eine Eignungsbeurteilung zulässig ist und wie sie abläuft.

BetrSichV — Betriebssicherheitsverordnung

Bundesministerium der Justiz — Anforderungen an Beschäftigte bei überwachungsbedürftigen Arbeitsmitteln.

§ 6 Arbeitszeitgesetz (ArbZG) — Nacht- und Schichtarbeit

Bundesministerium der Justiz — Anspruch auf arbeitsmedizinische Untersuchung bei Nachtarbeit.

ArbMedVV — Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge

Bundesministerium der Justiz — Abgrenzung von Vorsorge und Eignungsbeurteilung.

Alle Verweise wurden zuletzt im Oktober 2026 geprüft. Sie führen zu den Seiten der Herausgeber.

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